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Koronare Herzerkrankung (KHK)
Die sogenannte koronare Herzkrankheit manifestiert sich durch Einlagerungen von Blutfetten und Zellen an der Wand (Atherom) von Herzkranzgefäßen (Koronararterien), die später verkalken und zur Bildung von Engstellen (Stenosen) führen.
© Berchtold, Chirurgie, Elsevier 2008
Abb.: Betroffen sind alle wichtigen Haupt- und Nebenäste der linken Herzkranzarterie, die sich in den Ramus interventricularis anterior (RIVA oder LAD) und den Ramus circumflexus (RCX) aufzweigt, sowie die rechte Koronararterie (RCA). Von einer Hauptstammstenose spricht man, wenn die kurze Strecke der linken Koronararterie vor der Aufzweigung in RIVA und Circumflexa eingeengt ist.
Ursache
Als koronare Herzkrankheit wird das Vorliegen einer signifikanten Einengung des Durchmessers um mehr als 50% mindestens einer der Koronararterien bezeichnet. Bei verengten Gefäßen gelangt zu wenig Sauerstoff in die zu versorgenden Herzmuskelabschnitte (Myokardischämie), es kommt zu typischen Brustschmerzen (Angina pectoris) bei Belastung, in schweren Fällen auch in Ruhe.
Einteilung der KHK
Gemäß der Anzahl der betroffenen Herzkranzarterien (Abb. 1) teilt man in koronare 1-, 2- und 3-Gefäßerkrankungen ein. Als Folge der Engstelle und des Sauerstoffmangels bildet sich eine sogenannte stabile Angina pectoris (belastungsabhängig, tritt gelegentlich auf (50%)), instabile Angina (zunehmende Häufigkeit und Heftigkeit) und Ruhe-Angina (5%). Bei verschlossenen Herzkranzgefäßen entsteht ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt, 25%), ein stummer Herzinfarkt (vor allem bei Diabetikern), eine bleibende Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) oder der plötzliche Herztod (20%).
Hauptstammstenosen sind prognostisch besonders ungünstig. Hochgradige - mehr als 75%ige - Engen führen zu Ischämien der betreffenden Myokardareale bei Belastung und eventuell auch in Ruhe. Bei einem Herzinfarkt kommt es in der Regel zu einem Verschluß eines stenosierten Gefäßes durch aufgepfropfte Thrombosen, Plaque-Ruptur oder der in der Innenwand unterliegenden Einblutungen. Heutzutage können Myokardinfarkte auch iatrogen entstehen als Komplikation interventioneller Ballondilatationen.


