Aktuelles
Münchens Hochschulmedizin feierte: 50 Jahre Herzchirurgie an der LMU und 175 Jahre Ärztlicher Verein München
Mittwoch 12. November 2008
Der Festakt fand am 28. Oktober im Max-Joseph-Saal der Residenz in Mün
Innovation: Hybrid-OP in der Herzchirurgischen Klinik
Donnerstag 16. Oktober 2008
Angiographie-Anlage zur Durchführung von minimal-invasiven und endovas
Mitralklappenerkrankungen
Die erworbenen Mitralklappenfehler sind neben den Aortenklappenfehler die häufigsten Herzklappenerkrankungen. Die Mitralklappenfehler werden in Stenosen und Insuffizienzen unterteilt.
Mitralklappenstenose
Die Mitralklappenstenose stellt eine Verengung des Mitralklappenostiums dar, die zu einer Behinderung des Blutflusses vom linken Vorhof in Richtung linker Ventrikel führt. Die Konsequenz ist eine Drucküberlastung des linken Vorhofes, die zu einer Größenzunahme führt. Diese Veränderungen verursachen eine Steigerung des Druckes im kleinen Kreislauf, die im Laufe der Zeit zur pulmonalen Hypertonie und Rechtsherzbelastung führt. Unter diesen Bedingungen entwickelt sich mit der Dilatation des rechten Ventrikels eine Insuffizienz der Trikuspidalklappe. Die Zunahme der Größe des linken Vorhofes ist die Ursache des Vorhofflimmerns, der Rhythmusstörung, die häufig den Verlauf der Mitralklappenstenose kompliziert.
Die Mitralklappenstenose ist meistens rheumatisch bedingt und kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Das rheumatische Fieber tritt endemisch in Ländern der dritten Welt auf, bedingt durch hygienische Umstände. In Westeuropa ist die Mitralklappenstenose durch die rechtzeitige antibiotische Behandlung der Streptokokken-Infektionen eine Seltenheit.
Im Vordergrund der Beschwerden steht die Dyspnoe, die von der Lungenstauung hervorgerufen wird. Die Zunahme der Stenose der Mitralklappe führt zu Orthopnoe und im Extremfall zum Lungenödem. Da die Mitralklappenstenose häufig von Vorhofflimmern begleitet wird, können sich im linken Herzohr Thromben entwickeln, die zu embolischen Komplikationen Typ cerebrale (Schlaganfall) – und / oder periphere Ischämien führen. Eine weitere Komplikation, die durch die Infektion der stenosierten Mitralklappe auftreten kann, ist die Endokarditis.
Mitralklappeninsuffizienz
Die Mitralklappeninsuffizienz kommt viel häufiger vor als die Mitralklappenstenose. Am häufigsten sind Männer betroffen. Sie kommt durch eine Schlussunfähigkeit der Klappensegel zustande, die durch eine Schädigung der Segel, des Klappenringes, Halteapparates (Sehnenfäden und Papillarmuskel) oder eine Kombination der genannten Läsionen entsteht.
Die häufigsten Ursachen für solche Veränderungen sind Bindegewebestörungen, die dilatative Kardiomyopathie, Endokarditiden und das rheumatische Fiber. Das klinische Bild ist von der Geschwindigkeit der Entwicklung des Mechanismus der Insuffizienz bestimmt. Patienten mit leichter bis milder Mitralinsuffizienz haben meistens keine Symptome. Auch die schwere Mitralinsuffizienz kann jahrelang symptomfrei bleiben. Eine der ersten Symptome ist die Abnahme der Leistungsfähigkeit.
Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist das klinische Bild von Zeichen der Linksherzbelastung von Belastungsdyspnöe bis zum Lungenödem geprägt. Ein akutes Ereignis kann durch das Auftreten von Vorhofflimmern oder Ruptur eines Sehnenfadens verursacht werden.
Fallbeispiel aus der Klappenchirurgie mehr »


